Das Problem


Auf der vorigen Seite deutete ich es an...


Seid Anfang Januar 2004 befindet sich David bei mir.  Er war zu dem Zeitpunkt genau 15 Jahre und 9 Monate alt...wenn es stimmt, was er sagt...Warum, wie es dazu gekommen ist, können Sie unter Der Anfang
im Einzelnen nachlesen. Erst  hatte sich im Novemer seine Mutter aus der Wohnung abgesetzt und war in eine andere Stadt zu einem Freund gezogen. Dann  verschwand im Dezember sein (Stief-)Vater unter dem Vorwand eines angeblichen Lehrganges und ward nicht mehr gesehen, David sollte zu seiner Mutter und deren Freund. Dann, Anfang Mai, verschwand die Mutter auch. Bis heute sind Ermittlungen der Polizei und des Jugendamtes nach dem Verbleib der Eltern ohne Ergebnis.


Seid dem 12. August 2004 ist das Jugendamt Hanau Vormund.
Das Jugendamt hat ihn unter meiner Adresse angemeldet - natürlich mit meinem Einverständnis ( d.h. das hat man nachträglich eingeholt...aber das ist das wenigste..)


David hat, als seine Eltern sich so nach und nach "verabschiedeten", versäumt, sich seine Geburtsurkunde vorher aushändigen zu lassen. Wo er geboren wurde -  also dabei war er zwar, aber  Buch geführt hat er noch nicht. Ihm wurde erzählt, er sei in Frankreich geboren. Näher werde ich darauf  unter Davids Geschichte eingehen. Im Ergebnis jedenfalls läßt sich weder seine Identität belegen, noch konnten die Behörden bisher den Beweis des Gegenteils antreten, d.h. Davids Geschichte widerlegen.

David hat - nachdem er mir zunächst sagte, er sei in Recklinghausen in eine Realschule gegangen - gebeichtet, er sei überhaupt noch nie in eine Schule gegangen. Er habe sich geschämt und sich nicht getraut, mir das gleich zu sagen.

Die Polizei hat ihn ( August 2004!) hochnotpeinlich befragt, unter nach  meiner Meinung selsamen Umständen siehe Polizei.

Das Jugendamt hat ihn zu einer ärztlichen Untersuchung beordert - siehe Untersuchung.

Ich ging mit David zum staatlichen Schulamt, ließ mit David einen Schultest machen und - mittlerweile hat er einen Hauptschulabschluß..siehe Schule .

Natürlich ergeben sich dann immer so lästige praktische Fragen..was ist wenn David krank wird....darauf werde ich unter Jugendamt und SGB II näher eingehen.

Die vorwiegende Tätigkeit des Jugendamtes (s. dort) erschöpfte sich darin, David nicht zu glauben und ihn ständig mehr oder weniger - meist mehr - unter Druck zu setzen, doch endlich die Wahrheit zu sagen. David erschöpfte sich darin, zu beteuern, die Wahrheit gesagt zu haben. Also - auf dem Level hätte das locker noch 10 Jahre weiter gehen können. 

Ich wiess das Jugendamt auf das Personenstandsgesetz hin.. das war so Anfang 2005...das sieht für solche Fälle Möglichkeiten vor.

Ich erlaube mir, den einschlägigen Paragraphen zu zitieren (ein einzelner Paragraph ist als Link schwierig....):

PersStdG § 26
"Wird im Geltungsbereich dieses Gesetzes eine Person angetroffen, deren Personenstand nicht festgestellt werden kann, so bestimmt die zuständige Verwaltungsbehörde, welcher Geburtstag und Geburtsort für sie einzutragen ist; sie bestimmt ferner die Vornamen und den Familiennamen. Auf ihre schriftliche Anordnung trägt der Standesbeamte dies in das Geburtenbuch ein."
§ 27 ergänzt :
"Wird in den Fällen des § 25 [hier ohne Belang] und des § 26 der Personenstand später ermittelt, so wird der Eintrag auf schriftliche Anordnung der Behörde berichtigt, die ihn veranlaßt hat."

Ich habe mindestens eine Woche gebraucht, um nach verschiedenen Recherchen rechtlicher Vorschriften im Internet, dahinter zu kommen, daß "zuständige Behörde" in Hessen das jeweilige Regierungspräsidium ist.

Auch dies teilte ich dem Jugendamt in Hanau mit..ich war ja gehindert, irgendwelche verbindlichen Schritte zu unternehmen. Wie gesagt, so zu Beginn des Jahres 2005.   Als ich dann nichts hörte und mal nachfragte, das Übliche..man warte auf Antwort...und wieder vier Wochen später...ja, das sei in dem Fall nicht möglich, habe der Beamte beim RP gesagt, da müsse David mehr Fakten bringen - die Katze beißt sich in den berühmten Schwanz.

Man muß sich das vorstellen. David ging mit guten Ergebnissen zur Schule..naja - eine BVJ-Klasse ( Berufsvorbereitungsjahr ), also der letzte Anker all derjenigen, die bis dahin keinen Hauptschulabschluß hatten - aber trotzdem. Es stellte sich natürlich die Frage...was dann ?? ohne Papiere..keine Chance...

Gegen Mai/Juni 2005 riß mir dann die Geduld und ich veranlaßte David, meinen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen dem Jugendamt gegenüber zu beauftragen ( s. dazu Jugendamt ).

Ich weiß nicht, ob nur ich so denke...aber hier ist ein Jugendlicher, der doch eine Perspektive braucht. Um die Relevanz so richtig zu verstehen...
dazu müßte man auch David kennen, das ist nämlich einer, der will...ich versuche das unter "Der Anfang" - siehe Link oben auf der Seite - deutlich zu machen, obwohl ich dabei über "den Anfang" ein wenig hinausgreifen muß. Und eines ist klar - ohne Papiere ist man kein Mensch. Oder jedenfalls einer ohne Rechte. Möglicherweise - mir stockt der Atem - vielleicht sogar ein Ausländer..??!!
Ich glaube David. Fakt ist, keiner weiss, ob es stimmt was er sagt. Fakt ist auch, keiner kann es widerlegen. "In dubio pro reo"..ich glaube, davon hat das Jugendamt in Hanau noch nie was gehört, aber auch andere haben da offenbar Hörschwierigkeiten.


Jedenfalls aber bin ich jetzt seid Ende Oktober 2005 Vormund. Das empfinde ich durchaus zwiespältig; siehe dazu bei Vormund. Das erste war, sich mit dem RP in Darmstadt in Verbindung zu setzen. Ich sprach mit dem gleichen Sachbearbeiter. mit dem auch schon das Jugendamt gesprochen hatte. Nach 5 Minuten waren wir uns einig, das etwas geschehen müsse. Der Beamte, war geneigt, nach § 26 PersStdG zu verfahren. Er wies jedoch darauf hin, daß - und nun kommt der Hammer - noch keine Überprüfung stattgefunden habe, ob die möglicherweise unbekannte Person - David - vermißt gemeldet sei. Da ist mir - ehrlich gesagt - die Spucke weg geblieben, wie man so sagt. Er war bei der Polizei ( ich muß es wiederholen..im August 2004..!! ) und ....die haben DAS nicht geprüft..?????..(s. Polizei..!!!)
Mit anderen Worten hieße das doch.....unterstellt man mal, alles, was David sagt, sei gelogen....und das hat man ja unterstellt...es bestünde die Möglichkeit, irgendwelche Eltern in Deutschland hätten ihren Sohn als vermißt gemeldet und DAS ist nicht überprüft worden..??????

Der Sachstand heute ist, daß wir immer noch keinen Schritt weiter sind. Der Baemte beim RP Darmstadt ließ sich von mir ein Bild von David schicken und versuchte, die Überprüfung beim BKA direkt zu veranlassen. Man verwies ihn jedoch wieder an die Polizei Hanau, bei der das Ersuchen wohl mittlerweile längst eingetroffen sein müßte. Ich will lieber nicht zum Ausdruck bringen, mit welchem Engagement ich hier rechne.....

Solange ich nicht Vormund war, gab man mir ja sowieso keine Auskünfte, Fragen an das Jugendamt, was denn die Polizei veranlaßt habe, wurden mit "nicht weiss" beantwortet. Der Hinweis, daß doch die Polizei in ihrem Auftrag gehandelt habe nutzte da wenig.
Nachdem ich Vormund wurde, habe ich übrigens auch selbst bei der Polizei in Hanau angerufen und mit dem Vorgesetzten der Sachbearbeiterin gesprochen. Ich habe ihn gefragt, ob denn eine Überprüfung stattgefunden habe, daß David irgendwo vermißt werde - er konnte es mir nicht sagen, versprach aber, die Sachbearbeiterin werde mich zurückrufen. Auf den Anruf warte ich heute noch.
Da ich davon ausgehe, daß der Beamte beim RP Darmstadt die Akte kennt, hat sich das auch erübrigt. Die Überprüfung hat ganz offenbar nicht stattgefunden.

ich kann mir nicht helfen. Das Ganze ist für mich ein Skandal.