Bonnie

oder...wie es dazu kam....

oder....der zweite Hund



Also, das ist ja so eine Sache, mit der hatte ich noch gar keine Erfahrung...zwei Hunde auf einmal...

Im Zusammenhang mit der Hetze gegen Kampfhunde, die ja nach dem tragischen Tod des kleinen Jungen – Volcan – in Hamburg so richtig gegen Mitte des Jahres 2000 begann, hatte ich mich ja mit dieser Homepage und auch bei Veranstaltungen für die Belange dieser Hunde eingesetzt und so kam es, daß ich dann so etwa August des Jahres 2000 einen Anruf von der damaligen Vorsitzenden des Hanauer Tierschutzvereins bekam.

Herr Mecklenburg, sie engagieren sich doch für diese Hunde..und Sie haben bisher doch erst einen Hund...also, bei uns im Tierheim, da habe ich einen ganz goldigen Pitbull-Mischling, das wäre doch was für sie, es ist auch ein Mädchen.....“

Ich sprach mit meiner Tochter darüber und wir kamen überein, wir können uns den Hund ja mal anschauen. Naja, das wars dann.....das süße kleine Wusel, das uns entgegen getappst kam, das konnte man doch unmöglich im Tierheim lassen...war auch etwa in Raikas Alter, vielleicht zwei Monate älter, also ungefähr ein halbes Jahr alt – schwarz, mit weißem Brustfleck. Und..eine richtige Miniturausgabe eines Pit....vielleicht mal grade 15 Kg, aber der Körperbau und der Kopf, also die „verruchte“ Verwandschaft war nicht zu leugnen. Der Hund war von einer türkischen Familie im Tierheim abgegeben worden, weil sie – so sagten sie – ihre Wohnung aufgeben mußten. Der Hund sei angeblich reinrassig und die Papiere würden sie noch vorbeibringen. Das haben sie aber nie getan. Deswegen ist auch gar nicht genau bekannt, wann Bonnie geboren wurde, aber der Tierarzt des Tierheims meinte, es müsse so im Februar 2000 gewesen sein. Im Tierheim hatte man ihr einen Namen gegeben..“wilde Hilde“.. und der paßte auch, wie die Faust aufs Auge. Wir besuchten sie zunächst mehrmals und gingen mit ihr und Raika spazieren, die beiden verstanden sich auf Anhieb gut. Beim Spielen konnte Bonnie herumflitzen wie..na, vielleicht stellen Sie sich einen Luftballon vor, aufgeblasen und Sie lassen mit einem Schlag die Luft raus...Raika war ja auch keine langsame, aber bevor sie drei Schritte machte, war Bonnie schon 20m weg und schlug Haken wie ein Hase..

Das kennzeichnendste ihres Characters war jedoch eine durch nichts getrübte und zu bremsende Menschenfreundlichkeit. Sie lief auf jeden zu, den sie sah, wedelte wie wild mit dem Schwanz und hätte ihn am liebsten von oben bis unten abgeschleckt, sie schien andererseits aber auch etwas handscheu und verängistigt zu sein, insbesondere, wenn man mal etwas lauter und energisch mit ihr sprach.

Aber so einfach war das nicht, den Hund zu nehmen, von so Kleinigkeiten wie Wesenstest, Sachkundeprüfung und dem sonstigen behördlichen Genehmigungsprozeß mal abgesehen, bewohnte ich ja auch nur eine Drei-Zimmer-Wohnung in einem Wohnblock mit an die 40 anderen Mietern und der Clou vom ganzen war, daß das Halten von Hunden jedenfalls in meinem, 15 Jahre zuvor abgeschlossenen Mietvertrag, auch noch extra untersagt war...das war zwar deswegen nicht weiter tragisch, als es inzwischen schon einige Leute im Haus gab, die auch einen Hund hatten – aber gleich ZWEI Hunde und vor allem einen KAMPFhund..???!!

Ich schrieb einen Brief an alle Mieter, teilte Ihnen meine Absicht mit und forderte sie auf, Einwendungen innerhalb von vier Wochen geltend zu machen. Es kamen keine – die Leute kannten ja schon meine Dobermänner – erst Erda, dann Raika. Ich schrieb daraufhin an die Hausverwaltung und ..oh Wunder...die hatte auch keine Einwände. Wir nahmen dann Bonnie – so hatten wir den Hund getauft, rufen Sie mal ständig „Wiiilde Hiilde“ - erst mal probehalber fest zu uns. Die vorgeschriebene Kastration bezahlte noch das Tierheim – im Übrigen hat Bonnie 300 Mark gekostet, ich mußte nämlich die Aufenthaltskosten für sechs Wochen im Tierheim übnernehmen. Und ich leierte die Behörden-Maschinerie an, Zwecks Genehmigung. Den Wesenstest bestand Bonnie mit Bravour und gleichzeitig Herrchen auch die Sachkundeprüfung, die meine Tochter auch ablegen mußte. Dann mußte Bonnie noch „gechippt“ werden. Unsere Tierärztin in Hanau „schwärmt“ noch heute davon. Versuchen sie mal so ein Energiebündel festzuhalten, daß absolut nicht still halten will und eine Heidenangst hat....das war schon eine kleine Tragödie, dabei kannte die Tierärztin den Hund schon, weil sie auch für das Tierheim tätig ist....oder besser, der Hund kannte sie...

Aber dann war es geschafft, die Gebühren bezahlt und Bonnie gehört seit dem dazu.....



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